Die aktuelle Entwicklung bei GKN for Future (GFF)
GKN ist eine Autoteilefabrik in der Nähe von Florenz, in der die entlassene Belegschaft seit Juli 2021 dafür kämpft, etwas ökologiosch Sinnvolles zu produzieren (Wir haben berichtet). Sie haben dafür eine Genossenschaft gegründet und Produktionspläne gemacht. Die Genossenschaft heißt GKN for Future (GFF). Trotz großem politischen Druck auf das Regionalparlament der Toskana gibt es keine Unterstützung für dieses Vorhaben der ex-GKN Belegschaft. Am 6.5.2026 erfuhren die Arbeiter aus der Lokalpresse, dass der neue Investor im September 2026 die Fabrik abreißen und neues Gebäude bauen will. Das Gelände wird also für ein Immobiliengeschäft genutzt werden. Die rechte Meloni-Regierung war immer schon gegen GFF. Obwohl ein regionales Gesetz erlassen wurde das es ermöglicht hätte, die Fabrik an die GFF zu übergeben, wurde die Umsetzung systematisch verzögert. Das ex-GKN Fabrikkollektiv kann jetzt nicht mehr warten. Sie sind jetzt im 15. Monat arbeitslos, und seit zwei Jahren ohne Gehalt. Die Arbeiter müssen sich Jobs suchen und es besteht die Gefahr, dass der kollektive Kampf endet.
Produktion von Lastenrädern startet
GFF möchte daher das bisher gesammelte Geld (750.000 Euro) nutzen, um im September mit der Produktion von Lastenrädern zu beginnen. Mit der ehemaligen GKN-Fabrik kann zwar nicht mehr geplant werden. Aber Lastenräder können in kleineren Produktionsstätten hergestellt werden. Es soll zudem ein Büro eingerichtet werden, das die Photovoltaikproduktion vorbereitet. Der Business-Plan dafür muss erneuert werden. Aktuell reicht die Finanzierung für die Produktion für Lastenräder bei Weitem, aber nicht für Photovoltaikmodule und deren Recycling.
Finanzierung
Die Kampagne, um neue Genossenschaftsmitglieder für die GFF zu finden dauert noch bis Ende Juni 2026. Ziel ist es, eine Million Euro zu sammeln. Am 11. oder 12. Juli wird es eine Versammlung der Genossenschaftsmitglieder geben, bei der der neue Businessplan präsentiert wird. Das ursprüngliche Geschäftsmodell sah vor, dass die Produktion von Solarmodulen mit 12 Mio Euro startet, 50% davon wären Kredite (z.B. von der Banca Etica), 50% Anteile. Mehr Anteile würden die GFF unabhängig machen von den Banken. Alle Investoren bis auf einen sind noch dabei.
Lichtblick
Das Arbeitsgericht hat geurteilt, dass die Arbeiter ihren ausstehenden Lohn bekommen müssen. Die Summe dafür beläuft sich auf 22 bis 28 Millionen Euro.
"Man kann ohne Kühlschrank leben, aber nicht ohne Utopie"
Das sagte Paco Ignacio Taibo II, der zum Working Class Literaturfestival angereist war. Es fand vom 10.-12. April auf dem Fabrikgelände in Campi Bisenzio mit etwa tausend Besucher*innen statt. Der bekannte mexikanische Schriftsteller beschrieb damit die Bedeutung des Kampfes in Campi Bisenzio in einer Zeit, in der auch in Deutschland Fabriken schließen oder auf Rüstungsproduktion umgestellt werden. Eines der Highlights des Festivals waren Arbeiter aus Pakistan, die in den umliegenden Textilfabriken arbeiten und sich in den letzten Jahren aus ihren illegalen Beschäftigungsverhältnissen herausgekämpft haben. Sie trugen Gedichte auf Urdu vor.
Unterstützen
Ihr könnt noch bis Ende Juni 2026 entweder Genossenschaftsanteile zeichnen oder spenden.
Genosssenschaftsanteile werden auf der Plattform ener2crowd gezeichnet. Hier eine Videoanleitung dazu.
Die andere Möglichkeit ist, sich an dieser Spendenaktion zu beteiligen. Hier werden Spenden gesammelt und damit dann ein großer Genossenschaftsanteil gekauft. Falls Ihr eine Spendenquittung für Eure Spende braucht, könnt Ihr an diesen Verein spenden:
Kontoinhaber: CHANGE e.V.
IBAN: DE97 4306 0967 6028 5255 01
Bank: GLS Gemeinschaftsbank eG
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: GFF
Mehr Informationen und der Spendenaufruf hier.
Ein Handbuch für Unerschrockene
Wir übermitteln einen Aufruf zur Solidarität des Streik-Soli-Kreises